Der grüne Norden Teneriffas (Bajamar)

Eigentlich erreicht man Bajamar von Santa Cruz aus in 30 Min Autofahrt. Doch wir wollten uns die Anaga Region noch etwas anschauen und entscheiden uns daher für eine längere Auto Tour.

So ging es von unserer letzten Station Santa Cruz nach San Andres und weiter über Bergpässe auf die andere Seite der Insel. Die kurvige Straße führte nicht nur am viel beschriebenen Mercedes-Wald (einer der vielen Lorbeerwälder auf den Kanaren) vorbei, sondern bot auch eine unglaubliche Aussicht auf saftiges Grün, eine Vielfalt an Pflanzen, Berge und den blauen Atlantik. Alles in allem eine empfehlenswerte Route mit abwechslungsreichem Ausblick. Etappenweise mussten wir sogar die Scheinwerfer anschalten, da die Baumkronen so dicht sind, dass kaum Tageslicht durchdringen kann. Kommt durch die unterschiedlichen Höhenlagen noch Nebel dazu, wird es wirklich märchenhaft. Nicht umsonst wird der Mercedes Wald auch Märchenwald genannt. Auf dem Weg durch den Forst haben wir gleich ein paar Ausgangspunkte für Wanderungen ausgekundschaftet. Der wohl bekannteste Ausgangspunkt ist wohl Cruz del Carmen. Hier starten bzw. enden sehr viele Wanderungen und man hat einen wunderschönen Ausblick auf den Teide Vulkan – vorausgesetzt das Wetter lässt es zu. Bei besten Voraussetzungen, also gutem Wetter sollte man nicht all zu spät hier auftauchen, da der Parkplatz bereits komplett überfüllt ist. Wir hatten Glück mit Parkplatz und Wetter und es bot sich uns ein perfekter Blick auf den höchsten Berg Spaniens.

Panorama der Anaga Region

Zwanzig Minuten später kamen wir endlich in Bajamar an. Bekannt ist das Örtchen für seine kleinen Schwimmbecken, die mit Meerwasser direkt aus dem Atlantik gespeist werden. Die Nähe zum Meer ist in diesen Pools besonders gegen Abend, wenn die Flut einsetzt erstaunlich. Riesige Wellen brechen an den Poolwänden und schießen in die Höhe. Selbst bei diesem Wellengang kann man bedenkenlos in diesen Becken schwimmen. Ein bisschen erwischen die Wellen einen zwar noch und spülen einen fast vom Beckenrand, aber man landet nicht direkt in der Brandung.

In den geschützten Becken, wird man nicht von der Brandung überrollt

Neben den Badebecken bietet Bajamar einige Restaurants und Cafés, die von Deutschen betrieben werden und bei Touristen aller Nationalitäten sehr beliebt sind. Die Ortschaft schein fest in den Händen der Deutschen zu sein. An jeder Ecke hört man Deutsch – schon ein bisschen seltsam.

Doch zurück zu Pflanzenwelt, davon hat Bajamar nämlich jede Menge zu bieten. Statt mit dem Auto ging es diesmal zu Fuß ins Anaga Gebirge um die Gegend zu Erkunden. Hier gab es die Qual der Wahl an Wanderwegen. Von hier und dem Nachbarort kann man direkt an den Cruz del Carmen wandern. Da uns 10 km für den Anfang allerdings zu viel des Guten war, fuhren wir doch ein Teil mit dem Auto um eine kürzere Wanderroute zu nehmen. Bereits an unserem Wanderstartpunkt fielen uns die unzähligen gigantischen Gänsedisteln auf. Unser Wanderweg war gesäumt von Farnen, Sukkulenten, Kakteen und Vielem mehr. Neben der Flora konnten wir nach dem Stadttrubel endlich Ruhe genießen. Das war allerdings auch unserer Route zu verdanken. Viele kurze und leichte Wanderwege sind meist von Touristen überrannt und daher laut und gedrängt. Da wir ein Teil mit dem Auto übernahmen und dann per pedes weitergingen, blieb uns dieses Schicksal erspart. Der Ausblick über Küste, Atlantik und grüne Berge wird einfach nicht langweilig. Ein Spaziergang, auch nur ein kleiner, ist im Anaga Gebirge einfach ein Muss! Nach einem anstrengenden Spaziergang darf die Abkühluing in den Bajamar Becken natürlich nicht fehlen.

Das Anaga-Gebirge bietet wirklich die Qual der Wahl, wenn es ums Wandern geht

Die geplante zweite Wanderung fiel leider ins Wasser. Der Märchenwald war mit starkem Nebel durchzogen und triefte von Nässe. Deshalb erkundeten wir einfach die Nachbarortschaft Bebijo ein wenig genauer. Hierzu mussten bzw. durften wir schon wieder durchs Anaga Gebirge fahren. Neben einem Surferparadies mit Wind und Wellen bietet das Örtchen lediglich 2 Lokale. In einem davon gönnten wir uns als Abschluss eine lange Kaffeepause und schauten den wenigen Surfern zu, die sich an dem Tag ins Meer trauten.