Der grüne Norden Teneriffas (Santa Cruz)

Nach zwei Übernachtungen ging es in eine weiter Universitätsstadt: Santa Cruz. Wer ohne Mietauto unterwegs ist, kann kann zwischen den Städten auch gut mit Bus und Straßenbahn pendeln.  Schon wenn man sich Santa Cruz nähert, merkt man sofort, dass es sich um eine Industriestadt handelt, zahlreiche Fabriken und Raffinerien prägen das Bild der Stadt – das absolute Gegenbild zu La Laguna. Die Natur lässt sich hier aber immer noch in Form von Dattelpalmen gesäumten Straßen blicken. Bevor wir allerdings die Stadt erkunden gingen, checkten wir erstmal in unser Hotel ein: Sachen ablegen und Entspannen. Genächtigt haben wir im Hotel Barcelo, ein sehr schönes Hotel, nur die schlechte Qualität der Kunstpflanzen am Frühstücksbuffet fiel uns natürlich sofort ins Auge. Frisch gestärkt ging es in einen der zahlreichen Parks in dem neben Agaven und verschiedensten Palmen auch umhäkelte Bäume zu bestaunen waren. Da nach 4 Tagen Palmen an jeder Ecke zur Normalität wurden, wollten wir uns auch ein bisschen den Küstenabschnitt der Insel ansehen. Und welcher Strand wäre da wohl am geeignetsten, als der angeblich schönste Strand Teneriffas: „Playa de las Teresitas“? Um an den Strand zu kommen mussten wir jedoch erst einmal durch das eher unschöne Industriegebiet voller Tanks und Raffinerien. Die einzigen Lichtblicke in diesem Gebiet sind die bis zu 30 m hohen Dattelpalmen. 

Oft sind zwischen vielen Häusern nur wenige Bäume versteckt

Endlich am Strand angekommen erwartete uns ganz normaler, sandfarbener Sand. Der vulkanische, schwarze Inselsand wurde nämlich mit Millionen Tonnen Sahara-Sand bedeckt, um Einwohnern und vor allem Touristen einen „normalen“ Strand zu bieten. Der Ausblick auf eine Vielzahl von Bohrinseln und Raffinerien im Hintergrund ist jedoch alles andere als der „normale“, idyllische Strand. Natürliche Wellenbrecher schützen vor den meterhohen Wellen des rauen Atlantiks und bilden einen Art Meerespool. Diese haben wir ausgiebig getestet bevor es die Küste weiter entlang nach San Andres ging. Dank Vulkanerde, wächst hier eine üppige Vegetation an Agaven, Farne aller Art und verschiedenste Palmen.

Wellenbrecher in Santa Cruz

Wieder fit für einen Stadtbummel, nach der Erholung am Strand, ging es in die Markthalle „Nuestra Señora de África“.  Uns ist nämlich zu Ohren gekommen, dass es hier viele Blumen zu bestaunen gäbe. Angekommen am Markt bestätigte sich dieses Gerücht: So ziemlich jeder Händler im Obergeschoss verkaufte Anthurium, Calla und Strelitzien – bei unseren Blumenhändlern eher Randerscheinungen, hier aber ganz normal. Neben Blumen gab es auf dem Markt natürlich alles Mögliche an Fleisch, Käse, Geschenkartikeln – alles was das Herz begehrt. Nach einer wahren Vitaminbombe aus Orangen, Zitronen und Karotten, ging es  in die bekannte Bibliothek von Santa Cruz.

Fleisch, Blumen, Mode – alles was das Herz begehrt gibt es auf einem Markt
Biblioteca Municipal de Santa Cruz de Tenerife

In der Biblioteca Municipal de Santa Cruz de Tenerife gibt es neben dem 200 Arbeitsplätze umfassenden Zentralraum auch ein Cafè. Ein gutes Buch und ein Kaffee dazu sind quasi ein Muss – ebenso wie ein Rundgang durch die beeindruckende Zentralbibliothek. Dass im Freien viele Pflanzen wachsen wisst ihr ja bereits, doch auch in den Gebäuden fehlte die Bepflanzung nicht um Besuchern frische Luft in der Industriestadt bieten zu können. Umgesetzt wurde das Ganze mit den allgegenwärtigen Dattelpalmen und einer gewaltigen Pflanzenwand aus Farnen und Büschen.

Konzerthalle Santa Cruz‘
Pflanzenvielfalt im Palmetum

Von der Bibliothek aus führte unser Weg über Palmenalleen, am Hafen vorbei zum nächsten Wahrzeichen Santa Cruz‘: Dem Auditorium von Teneriffa. Das Auditorio de Tenerife kommt ganz ohne Pflanzen aus und wirkt wie ein imposantes Raumschiff in der Brandung. Es erinnert fast ein wenig an das Opernhaus von Sydney. Einige Jahrzehnte zuvor stand gleich neben an eine riesige Müllhalde. Doch irgendwann war dies den Bewohnern zu viel, die Müllhalde wurde plattgewalzt, mit Erde bedeckt und die Arbeit am Palmetum konnte beginnen. Das Palmetum ist Europas größte Sammlung an Palmengarten. Von groß bis klein gibt es hier fast alle Palmenarten und viele andere Pflanzen. Die Vielfalt unserer Palmengärten ist im Vergleich zum Palmetum nichts. Aufgeteilt nach Regionen bietet sich den Besuchern ein 20.000 qm großes Gelände mit wunderschönem Ausblick und einer faszinierenden Pflanzenwelt. Da wir nicht mehr all zu viel Zeit hatten, schafften wir das Palmetum in einer Rekordzeit von 3 Std und waren begeistert. Eine kleinen Stärkung und Erholungspause hatten wir uns verdient, bevor wir zu unserer letzten Station im Norden Teneriffas aufbrachen: Bajamar.

Unseren liebsten Schnappschüssen aus dem Palmetum:

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