Mitbewerber Analyse mit Susi

Letzte Woche haben wir euch gezeigt, wie man unserer Meinung nach am besten die Grundbausteine für eine aussagekräftige Mitbewerberrecherche legt. Dabei wurden zunächst die Kriterien, welche ein potenzieller Mitbewerber für Kunstblumen in Frankreich erfüllen muss, festgelegt und das Netz mit Hilfe dieser Faktoren nach Konkurrenten durchforstet. Die Liste mit den Links der Betriebshomepages haben wir in einer Tabelle festgehalten. 

hai_kunstblume_konkurrenzDarauf aufbauend können wir nun die Recherche fortsetzen und, um die Metapher von letztem Mal aufzugreifen, endlich herausfinden wer der gefährliche weiße Hai des Kunstblumenmarktes in Frankreich ist. Da wir euch unser Vorgehen vergangene Woche anhand der Tennisspielerin Susi vereinfachend erläutert haben, möchten wir heute ebenso verfahren und legen direkt los mit

Schritt 3: Unterscheidungsmerkmale der Mitbewerber

Um ihre Kontrahenten effektiv vergleichen zu können, muss sich Susi zunächst für einige Aspekte entscheiden, auf die sie ihre Widersacher genauer testen möchte. Da es sich um ein höherklassiges UnbenanntTurnier handelt, kann Susi in jedem Fall auf die Platzierungen in der Rangliste Deutschlands und die letzten Turniererfolge ihrer Kontrahentinnen zurückgreifen. Zusätzlich studiert sie deren letzten Spiele, um Rückschlüsse auf Form und Technik ziehen zu können. Ähnlich gehen wir vor, nutzen lediglich andere Unterscheidungsmerkmale, welche nebenstehend aufgelistet sind. Diese werden uns nun die nächste Zeit begleiten, also freundet euch am besten gleich mit ihnen an!

  1. Verkaufsstrategie

Als Verkäufer ist es ja nur logisch, dass man beim Vertrieb seiner Ware mit System vorgeht und sich nicht mit einem Bauchladen auf den Marktplatz stellt um mit anderen Händlern um die Wette zu grölen. Auf welche vier Säulen sich dieses System stützt, zeigt euch folgende Graphik.

online_shop_verkaufsstrategie

Amazon, eBay, ein Online-Shop und natürlich der direkte Einzelhandel sind folglich die gängigsten Hilfsmittel für den Verkauf von Produkten. Da wir uns auf den Online-Handel fixieren, fällt der Einzelhandel in unserem Fall weg. Ein Online-Shop wiederum ist für unsere Mitbewerber ein absolutes Muss, da sie sonst nicht die im ersten Blogartikel vorausgesetzten Kriterien erfüllen würden (der Kauf muss Online für Jedermann möglich sein!). Somit müssen wir unsere Konkurrenten jetzt lediglich noch auf einen Amazon- und eBayaccount prüfen. Dafür geben wir den Betriebsnamen in Kombination mit „amazon“ oder „ebay“ in Google ein und schon wird der Account, sofern vorhanden natürlich, ausgespuckt. Durch dieses Vorgehen erhalten wir einen ersten Eindruck davon in welchem Umfang die Unternehmen ihre Ware online vertreiben.

  1. Marketing

google_frankreich_suchfeld

Ein „Verkaufsportal“ haben wir euch natürlich vorenthalten, nämlich Google. Dies liegt ganz einfach daran, dass hier nicht nur zum Verkauf freigegebene Produkte angezeigt werden, sondern auch wissenschaftliche Artikel, Bilder, Videos etc. Dennoch wird es von Unternehmen für ihr Marketing verwendet und ist mindestens ebenso bedeutend wie die klassische Fernseh- und Radiowerbung. Wieso? Nun, da die Links der Homepages unserer Mitbewerber erst erscheinen, wenn Menschen mit z.B. „fleur artificielle“ verwandte Suchbegriffe eingeben, können diese Personen bereits als potenzielle Kunden eingestuft werden. Werbespots im Fernsehen richten sich dagegen an Jedermann, sind für den Großteil nicht von Bedeutung und gehen uns zugegebenermaßen eher auf die Nerven, da unser Film endlich weitergehen soll. Also wie geht ein Unternehmen beim Marketing über Google vor? Ihr kennt doch bestimmt diese ungewöhnlichen Vorschläge der Suchmaschine, welche mit einem gelben Anzeigeschild versehen sind (zu Französisch: Annonce).

fleur_artificielle_frankreich

Dies ist der Anzeigen-Bereich! Um hier aufzutauchen kann sich jeder bei dem Google Service AdWords anmelden und darüber Werbung schalten. Diese Werbeanzeigen werden bei bestimmen Suchanfragen in bestimmten Teilen des Desktops (idealerweise oben) als Vorschlag angezeigt (ganz schön raffiniert bedenkt man die Graphik zu den Klickzahlen vom letzten Beitrag). Sollte durch diese spezielle Positionierung ein potenzieller Kunde anschließend auf die Anzeige klicken, muss der Betrieb zwar einen bestimmten Betrag an Google zahlen, hat jedoch möglicherweise einen neuen Kunden gewonnen. Erscheint ein Kunstblumenhändler also unter diesen Vorschlägen, wird ganz schnell klar, dass er definitiv ambitioniert ist über das Internet seine Ware zu verkaufen und seinen Online-Shop nicht nur so nebenbei betreibt.

  1. Social Media

social_media_parcnetwork

Der folgende Punkt ist eng mit dem eben beschriebenen Marketing verwandt. Überlegen wir uns hierfür zunächst mal wie wir Vorgehen würden, falls wir auf uns aufmerksam machen wollten.

Option 1: mit dem Megafon schreiend durch die Straßen laufen
Option 2: als Flitzer nackt durchs Stadion rennen
Option 3: im Heißluftballon zum Mond fliegen

Aber offen gesagt, das klingt doch alles ziemlich stressig, also warum nutzen wir nicht einfach die uns heutzutage zur Verfügung stehenden Mittel, wie z.B. soziale Plattformen im Internet. Wenn ich etwas mit meinen Freunden teilen möchte, brauche ich bloß Instagram oder Facebook zu öffnen. Soll die ganze Welt es sehen können, nutze ich einfach Twitter. Das gleiche können natürlich auch Unternehmen machen indem sie sich ihre eigenen Accounts und Profile erstellen. Ist es ihnen möglich regelmäßig interessante Artikel zu veröffentlichen, kann sich die Zahl ihrer Follower (oder auch Abonnenten) schnell vervielfachen und sie können durch regelmäßige und aktuelle Updates eine emotionale Bindung zu ihren Fans herstellen.

blog_diy_parcnetworkGenauso verhält es sich mit einem Blog, wobei Kunden, welche diesen mitverfolgen gleichzeitig noch sofort darauf aufmerksam gemacht werden können, wenn neue Produkte auf den Markt gebracht werden. Anhand solcher Faktoren lässt sich gut untersuchen, ob der Mitbewerber versucht eine gewisse Kundennähe und -beziehung aufzubauen. (Hier sei jedoch noch erwähnt, dass Schönheit, wie man so schön sagt, im Auge des Betrachters liegt: jeder muss sich also selbst überlegen was für ihn die Definition von regelmäßig aktiven und aktuellen Beiträgen ist: Für uns sollte der letzte Blogeintrag nicht älter als einen Monat sein.)

  1. Seitengeschwindigkeit
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Wie bei Rennautos, kommt es bei Websites auf die Geschwindigkeit an!

Und schon kommen wir zu den Online-Shops unserer Mitbewerber selbst und beschäftigen uns mit der Geschwindigkeit ihrer Websites. Sind wir mal ehrlich, wer bricht sich nicht lieber den Arm, statt beim Auto ausräumen nach dem Einkaufen zweimal zu gehen. Daran erkennt man direkt, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der alles immer schneller und schneller zugehen muss. Dies stellt auch den Online-Versandhandel vor eine große Herausforderung, da man einem unbezwingbaren Gegner gegenübersteht. Der menschlichen Ungeduld! Besiegen kann man sie nicht, also muss man sie besänftigen, indem man seinen Online-Shop mit möglichst hoher Ladegeschwindigkeit ausstattet. Kann die Geschwindigkeit des Shops nicht den Anforderungen der Kunden entsprechen, werden Ungeduldige eventuell sofort verschreckt und widmen sich dem nächsten Link. Um herauszufinden wie ernst unsere Mitbewerber dieses Kriterium nehmen, können wir auf das von Google gestellte Tool „google pagespeed insight“ zurückgreifen, welches uns die Ladezeit der Websites unserer Konkurrenten anzeigt.

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Bei roter Farbanzeige sollte für gewöhnlich eine entsprechende Websiteoptimierung vorgenommen werden, mit orange befindet man sich im soliden Bereich, während grün eine außerordentlich gute Verbindung bedeutet.

Mobile Anpassung

Vielleicht ist euch bereits aufgefallen, dass bei unserem zuletzt verwendeten Tool nicht nur die Geschwindigkeit des regulären Online-Shops angezeigt wird, sondern auch die des Mobilen. Dies führt uns direkt zu unserem weiteren Vorgehen. Heutzutage kann getrost davon ausgegangen werden, dass so gut wie Jeder ein mobiles Gerät wie ein Tablet, Handy, etc. besitzt und dieses mehr oder weniger exzessiv nutzt, mitunter auch zum Shoppen.

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Die Seitenansicht muss in der mobilen Version angepasst werden

Kein Wunder, wenn sich das so bequem von der heimischen Couch, vom Wartezimmer beim Arzt oder dem Bus aus machen lässt. Da die Bildschirmgrößen von mobilen Geräten jedoch meist um einiges kleiner sind als die von Laptops oder Stand-PCs, sollte eine Anpassung der Homepage vorgenommen werden. Ob unser Mitbewerber eine solche Anpassung vorgenommen hat, dient uns also als Indiz dafür, ob er sich für die Zufriedenheit seiner Kunden interessiert oder dieser keinerlei Bedeutung beimisst und / oder nicht über die nötigen Mittel wie Zeit und Personal verfügt, um sich damit zu beschäftigen.

  1. Sprachvielfalt

Dank der heutigen globalen Verflechtung kann man allerdings nicht nur vom Sofa, sondern auch gleich aus anderen Ländern bestellen. Im Online-Shop tut man sich jedoch ziemlich schwer, sollte dieser in einer unbekannten Sprache geschrieben sein, weshalb übersetzte Versionen der Homepage meist sehr hilfreich und kundenfreundlich sind. Sollten unsere Mitbewerber so etwas anbieten, können wir mit einem gewissen Vertriebsumfang des Betriebs kalkulieren und wissen, dass sie den Ehrgeiz haben ihre Ware international zu verkaufen.multilingual_mehrsprachig_website

Und wie finden wir solch eine Funktion? Nun, da sich Sprachvielfalt durchweg positiv auf das Kundenverhalten auswirkt, wird kein Unternehmen auf die Idee kommen ihr Sprachangebot zu verstecken. Somit reicht in der Regel ein kurzer Blick auf die Homepage des Online-Shops und schon haben wir die Antwort.

ABER: Vorsicht! Viele auszuwählende Sprachen bedeuten nicht immer gleich hohe Kundenzufriedenheit diesbezüglich! Produktbeschreibungen in den GoogleTranslator eingeben ist schnell getan aber dementsprechend viele Fehler entstehen bei den Übersetzungen auch. Daher nicht nur Quantität, sondern auch Qualität beachten!

  1. Produktvielfalt

Ganz anders verhalten sich Betriebe dagegen meist was die von ihnen angebotene Produktanzahl angeht. Im Gegensatz zu der Sprachvielfalt versuchen sie nämlich diese eher zu verschleiern, damit sie Stalkern, wie uns, nicht direkt ins Auge springen. Gott sei Dank, will mal gesagt sein, sonst hätten wir ja fast noch frühzeitig Feierabend!

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ass_im_aermelAber wir Schlawiner haben natürlich noch ein Ass im Ärmel und geben in die Suchleiste einfach einige gängige Kürzel ein (Buchstaben funktionieren meist nicht). Im Französischen wären das zum Beispiel „les“, „arti“ oder „plante“ (die, Kunst-, Pflanze). Von den Ergebnissen nehmen wir dann einfach das Größte, schlagen noch etwas drauf und erhalten so einen, ich betone, Näherungswert. Dies gibt uns ebenfalls Auskunft darüber, ob sich ein Betrieb auf eine Pflanzengattung wie z.B. Kunstbäume spezialisiert hat oder ob er ein breiteres Produktfeld, dafür aber häufig lückenhaft, abdeckt.

  1. Lieferkosten

Damit sind wir auch schon beim letzten und schönsten Punkt angelangt:

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Einkaufswagen auf artplantes.de

Wir können jetzt nämlich endlich mal ordentlich shoppen gehen! Aber natürlich nur um die Lieferkosten herauszufinden, welche uns als Richtwert für unsere Eigenen dienen können.

Dafür bestücken wir einfach unseren Warenkorb mit vielen schönen Sachen und bekommen so die geforderten Lieferkosten angezeigt, ob man letztendlich auf „Kaufen“ drückt oder nicht kann natürlich jeder für sich entscheiden, aber unter uns: ein paar Blümchen kann man immer gebrauchen. Außerdem lassen sich mit der erhaltenen Ware auch noch weitere Aspekte untersuchen, wie zum Beispiel die Sorgfalt und Qualität der Verpackung o.Ä.

Und? Durchgehalten? Alle Kriterien abgearbeitet und jetzt die Nase voll vom Recherchieren? Na dann wollen wir euch die Früchte unserer heutigen Arbeit nicht weiter vorenthalten:

mitbewerber_recherche_excel
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Nicht schlecht oder? Wer der gefährlichste Hai ist, kann man der Tabelle zwar noch nicht ablesen aber das kommt dann auch schon nächste Woche. Ja, ich weiß ihr brennt darauf sofort weiterzumachen aber ihr müsst euch noch etwas gedulden. Das schafft ihr schon! Bis die Tage!

Hier demonstrieren wir euch, wie wir die Exceltabelle erstellt und für diese recherciert haben: