Künstliche Pflanzen für die Lebensmitteltheke – Ja oder nein?

Schon vor drei Wochen haben wir euch mit auf ein kleines Stadt-Abenteuer genommen und versucht herauszufinden, wie und wo Kunstpflanzen in Kaufhäusern zum Einsatz kommen. Dabei haben wir jedoch eine Sorte von Läden weitestgehend ausgelassen: Und zwar Einkaufsläden bzw. Supermärkte in denen offene Lebensmittel vertrieben werden. Dazu zählen wir zum Beispiel Wurst- und Käsetheken oder auch Obst- und Gemüseauslagen. Nun werdet ihr euch vielleicht fragen, warum wir auf diese Bereiche nicht näher eingegangen sind? Die Antwort ist eigentlich recht simpel: Der Einsatz von künstlichen Pflanzen bei offenen Lebensmitteln ist ziemlich umstritten und ist es wert ihn einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Deshalb wird sich unser Artikel heute voll und ganz mit diesem Thema beschäftigen.

Zunächst mögen sich einige fragen: Wo liegt denn hier überhaupt das Problem? Nun ja, das liegt vor Allem an den Weichmachern, die in den Kunststoffteilen der Kunstpflanzen zu finden sind, welche dafür sorgen, dass die Pflanzen elastisch sind und damit echten Pflanzen zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Schwierigkeit mit diesen sogenannten Weichmachern ist nur, dass diese an die Umwelt abgegeben werden können und somit natürlich auch auf die umliegenden Lebensmittel übergehen können. In wie weit jedoch wirklich Weichmacher aus Kunstpflanzen austreten und angrenzende Lebensmittel beeinflussen ist bisher nicht weiter untersucht worden und es gibt keine Studien hierzu. Deshalb ist es auch schwierig bzw. gar unmöglich an Zertifikate zu kommen, die eben genau diese Beeinflussung widerlegen und von vielen namhaften Supermarktketten so heiß begehrt sind. Viele Anfragen nach diesen Zertifikaten haben uns bereits erreicht, doch die ernüchternde Aussage lautete bisher leider immer, dass wir an ebensolche nicht herankommen. Das liegt zum Einen daran, dass die meisten künstlichen Pflanzen in Fernost hergestellt werden und deutsche Institutionen Zertifikate, die dort ausgestellt werden, würden erst gar nicht anerkannt werden. Zum Anderen wäre die Beauftragung eines Instituts mit der Untersuchung für und der Ausstellung eines solcher Zertifikate mit rießigem zeitlichen, aber auch finanziellem Aufwand verbunden. Theoretisch müsste von jeder Charge eine Probe genommen werden und diese dann untersucht werden, damit sicher gestellt wäre, dass wirklich alle Produkte unbedenklich im Einsatz mit offenen Lebensmitteln wäre. Da diese Kosten natürlich am Ende zumindest teilweise auf die Kunden umgelegt würden, wären künstliche Pflanzen im Nachhinein wenig attraktiv im Preis und würden wahrscheinlich kaum gekauft werden. Aufgrund aller bisher dargestellten Informationen und Ausführungen würden wir den direkten Kontakt von künstlichen Pflanzen mit offenen Lebensmitteln aus Sicherheitsgründen vermeiden, um mögliche Gefahren für die Gesundheit zu verhindern.

Die Frage, die nun natürlich noch offen bleibt, ist, ob man denn nun gänzlich auf Kunststoffpflanzen im Lebensmittelbereich verzichten muss? Wir denken nein. Und schaut man sich einmal in einem normalen Supermarkt um, wird man schnell feststellen wie viele Lebensmittel eigentlich in Plastik eingeschweißt sind, die wir jedoch täglich zu uns nehmen, ohne dies zu hinterfragen. Natürlich wollen wir mit dieser Aussage die ausgehenden Risiken der Weichmacher nicht verharmlosen, jedoch fragt in Fällen von z.b. in Plastik verpackter Wurst oder eingeschweißtem Käse auch kaum jemand nach einem Zertifikat, dass die Unbedenklichkeit der Verpackung und deren Einfluss auf die Lebensmittel bestätigt. Um dieses ganze Dilemma zu umgehen, würden wir vorschlagen einfach durch eine geschickte Positionierung der Dekoration und der Lebensmittel den Kontakt von beiden miteinander zu vermeiden und dennoch zusammen ein schönes Gesamtbild zu erzielen. So kann man in einer Theke den Käse zum Beispiel etwas angehoben auf einem Holzpodest positionieren und Kunsttrauben oder anderes künstliches Obst oder künstliches Gemüse als Dekoelement davor legen. Das schaut nicht nur schick aus, sondern man umgeht auch dem direkten Kontakt von Käse und Kunstpflanze. In der Realität sieht es dennoch meist etwas anders aus. Bei einem Besuch eines Supermarkts in unserer Nähe haben wir festgestellt, dass sogar der Käse in der Auslage bereits mit Plastik ummantelt ist und so erübrigt sich das Trennen von Kunstpflanze und Lebensmittel schlichtweg, da man ja bereits eine Schutzschicht zwischen Beidem hat.

künstliche helle und dunkle Weintrauben in der Käsetheke
künstliche helle und dunkle Weintrauben in der Käsetheke
Kunsttrauben als Deko in der Käsetheke
Kunsttrauben als Deko in der Käsetheke

Mit ein bisschen Überlegung und dekorativem Geschick lassen sich so auch ohne Bedenken Lebensmittel mit verschiedensten künstlichen Pflanzen arrangieren und das Gesamtbild überzeugt trotzdem. Lasst einfach eure Phantasie spielen!